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Citroën plant Elektroauto unter 15.000 Euro für Europas Kleinwagenmarkt

04.05.2026 in Neues zu Modellen von Thomas Langenbucher | 6 Kommentare

Citroen-ELO

Bild: Citroën (Symbolbild)

Citroën bereitet ein besonders erschwingliches elektrisches Kleinstwagenmodell vor, berichtet Autocar. CEO Xavier Chardon ordnet dem Projekt demnach „genau denselben Zweck“ zu, den der 2CV – auch bekannt als „Ente“ – Ende der 1940er-Jahre hatte. Das neue Modell soll in einem europäischen Automarkt Käufer ansprechen, in dem die Nachfrage stagniert.

Vorgesehen ist ein Stadt-Elektroauto, auf das es im Oktober auf dem Pariser Autosalon mit einem Konzeptwagen einen Ausblick geben könnte. Das Fahrzeug soll den Geist des 2CV aufnehmen, indem es günstig zu produzieren und günstig zu kaufen ist. Damit will Citroën einem großen Teil der Bevölkerung wieder Kaufkraft im Neuwagenmarkt verschaffen.

Chardon bestätigte gegenüber Autocar, dass Citroën an Vorschlägen für ein neues A-Segment-Elektroauto für unter 15.000 Euro arbeitet. Ein solches Modell sei „absolut entscheidend“ für den Anteil der französischen Marke in einem Markt, dessen Wachstum durch den steigenden Durchschnittspreis neuer Autos gebremst werde.

Zur Lage in Europa sagte Chardon, der Markt sei der einzige, der sich nach Covid nicht erholt habe. Die USA, China und sogar Südamerika seien zurück, in Europa fehlten dagegen weiterhin drei Millionen Neuwagenkäufer pro Jahr. Als wesentlichen Grund nannte der Automanager, dass es kaum noch Autos unter 15.000 Euro gebe.

Zugleich verwies er darauf, dass das Durchschnittsalter der Autos in Europa in den vergangenen fünf Jahren um mehr als zwei Jahre gestiegen sei und nun bei über zwölf Jahren liege. Deshalb müsse man Menschen zum Kauf neuer Autos motivieren, und diese müssten erschwinglich sein.

Chardon zog einen Vergleich zur Lage Ende der 1940er-Jahre, als besonders günstige und utilitaristische „Volksautos“ wie 2CV, Fiat 500, VW Käfer und Austin Mini die Autoindustrie und die breitere Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg wieder belebt hätten. Citroëns Antwort auf die aktuellen schwierigen Marktbedingungen ist ein elektrischer Kleinstwagen, der im Einklang mit der bevorstehenden europäischen „E-Car“-Gesetzgebung entwickelt wird und dessen Produktion profitabler werden soll.

Das neue Modell gilt als indirekter Ersatz für den früheren benzinbetriebenen Citroën C1. Wenn es in den nächsten Jahren erscheint, könnte es zu den günstigsten vollwertigen Elektroautos am Markt zählen und mehrere tausend Euro weniger kosten als der ë-C3, der bereits zu den erschwinglicheren Modellen gehört. Chardon sagte, der Fokus auf Bezahlbarkeit solle Kunden wieder Kaufkraft geben, die heute keine Neuwagen kaufen wollten, und sowohl Citroëns Marktanteil in Europa als auch den E-Anteil an den Verkäufen erhöhen.

Trotz der inhaltlichen Nähe zum 2CV soll das Auto nicht zwingend als Hommage gestaltet oder offen als spiritueller Nachfolger positioniert werden. Entscheidend sei nicht die Form, sondern der frühere Zweck des Fahrzeugs, erklärte Chardon. Er sagte, man könne „den Bauern durch eine Krankenschwester ersetzen“ und verwies damit auf die größere Bedeutung günstiger Autos für junge Berufstätige in städtischen Räumen. Zugleich bleibt der 2CV für Citroën wichtig, doch Chardon betonte: „Nostalgie um der Nostalgie willen“ sei kein Allheilmittel.

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Via: Autocar
Unternehmen: Citroën
Antrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. derJim meint

    06.05.2026 um 14:06

    Sehr gut! ich warte gespannt auf die Vorstellung. Auch von der Serie des Dacia Hipster, um den es erstaunlich ruhig geworden ist. Ich brauche bald einen Zweitwagen für Frau und Kinder in der Stadt.

    Antworten
  2. Jochen Schöneberg meint

    04.05.2026 um 20:36

    Migranten fallen schon mal weg für solche Billigautos. Die geben sich der Peinlichkeit nicht hin solche Billigautos zu fahren. Schon mal einen Tprken im Dacia gesehen? Nie und nimmer. Die kamen ins Land um Mercedes zu fahren. Am liebsten AMG. Rentner fallen auch weg. Ein Leben lang geschuftet um dann das billigste Auto zu fahren? Also mein Schwiegervater fährt seine B-Klasse und unter der Kiste ist ihm nichts zu vermitteln.
    Familien fallen weg, billig = unsicher und klein. Das tut man den Kindern nicht an.
    Welche Käuferschicht bleibt? Mein Fazit: Billigautos verkaufen sich überall, nur in DE nicht. Das Syndrom „was könnte der Nachbar / die Arbeitskollegen / Freunde denken“ ist sehr ausgeprägt.

    Antworten
  3. Stefan Munding meint

    04.05.2026 um 14:23

    Entfernt. Bitte verfassen Sie konstruktive Kommentare. Danke, die Redaktion.

    Antworten
  4. David meint

    04.05.2026 um 10:15

    Man sollte nicht glauben, dass diese sogenannten Volksautos, als sie in den vierziger Jahren erdacht und dann gebaut wurden, ähnlich preiswert waren. Tatsächlich waren sie so teuer, dass sie mit einem Durchschnittseinkommen nicht infrage kamen. Das änderte sich erst langsam etwa ab Mitte der sechziger Jahre.

    Dass Citroën im Stellantis Konzern die Aufgabe hat, einen L7e Wagen zu bauen, ist dagegen bekannt. Man kann nur hoffen, dass sie Effizienz und Sicherheit nicht zu stark opfern. Denn bisher zeichneten sich sehr kleine Autos durch relativ ineffiziente Antriebe aus, Airbags und ESP waren zumeist abwesend.

    Antworten
  5. Gernot meint

    04.05.2026 um 09:32

    Natürlich stagniert der Markt. Die Bevölkerung der EU wächst nicht, die Wirtschaftsaussichten sind eher trübe und die Jobaussichten sind meist düster (Globalisierungsauswirkungen, KI, etc.). Gerade die Autobranche baut doch (inkl. Zulieferern) extrem Jobs ab. Wo soll da Wachstum herkommen? Der banale Satz, dass Autos keine Autos kaufen, ist immer noch richtig. Menschen kaufen Autos. Die Menschen sind voll von Sorgen, der Sozialstaat wird auch in Deutschland gerade ramponiert und die Menschen haben dann wenig Lust auf große Investitionen und fahren lieber das alte Auto noch etwas länger. Wenn die Autoindustrie das noch mit Desinformationskampagnen flankiert, in denen sie so tut, als hätten Verbrenner auch über 2035 hinaus eine Perspektive, dann darf sie sich über Kaufzurückhaltung nicht wundern. Wenn man Zweifel an Elektromobilität sät, kaufen die Leute eben keine Elektroautos. Sie kaufen aber auch keinen neuen Verbrenner, sondern fahren ihren alten Verbrenner weiter.

    Wenn ich mich im privaten Umfeld umhöre, dann ist es mir bei vielen unbegreiflich, welche seit Jahren unzutreffenden Vorurteile immer noch gegenüber Elektromobilität geäußert werden. Aber die Desinformationskampagnen von VDA, ACEA, Bild, Welt und Co. wirken halt.

    Das Stellantis auf preiswerte Fahrzeuge setzt, erscheint mir richtig. Teure Experimente wie DS könnte Stellantis dagegen wegen völliger Aussichtslosigkeit mal beenden. Und Stellantis kommt hoffentlich zu der Erkenntnis, dass die Strategie, alle Fahrzeuge auf ach so flexible Mischplattformen zu bauen, ein Fehler ist. Diese Strategie führt zu kompromissbehafteten Elektroautos, die dann nur bedingt wettbewerbsfähig sind. Das kostet mehr, als die Skaleneffekte durch gleiche Plattformen für Verbrenner, hybride und BEV bringen.

    Antworten
    • MK meint

      04.05.2026 um 17:18

      Viel wichtiger noch: der Markt ist gesättigt.
      alleine in Deutschland hat sich die Zahl der PKW in den letzten 60 Jahren noch mal verfünffacht. 40 Millionen PKW alleine in Deutschland, also rechnerisch rund 700.000 pro Jahr (nur in Deutschland!!!) wurden also nicht verkauft, um alte zu ersetzen, sondern als zusätzliche Fahrzeuge. Ich denke, jetzt ist man an einem Peak und durch Homeoffice mit der Möglichkeiten zum Carsharing, sollte eine Familie doch ein bis zweimal im Monat zwei PKW brauchen und immer mehr ÖPNV-Angebote (Stichwort auch „Deutschlandticket“), die auch dazu führen, dass in Städten wie Berlin nicht mal die Hälfte der Leute zwischen 18 und 24 überhaupt einen Führerschein hat, wird jetzt langsam aber sicher eine Trendwende einkehren.

      Antworten

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