Die Berliner E-Busflotte wächst. Das gilt nicht nur für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die schon jetzt mit rund 280 Bussen eine der größten E-Flotten Deutschlands betreiben. In Zukunft plant die BVG auch auf Linien, die von privaten Firmen im Auftrag der BVG bedient werden, den Einsatz von elektrisch angetriebenen Bussen.
Wie im Verkehrsvertrag vorgesehen und seit Jahrzehnten erfolgreiche Praxis, vergebe man rund acht Prozent der Linienleistungen an private Unternehmen, erklären die BVG. Für die Fahrgäste mache das zunächst keinen Unterschied. Die Fahrzeuge der Subunternehmen führen auf aktuell rund 25 Linien im typischen gelben Design und böten vom Fahrkartenkauf bis zur Fahrgastinformation alle Annehmlichkeiten, die in Berlin üblich seien. Nun würden diese Leistungen turnusmäßig neu ausgeschrieben.
Der Betriebsbeginn für die jetzt ausgeschriebenen Aufträge ist laut Planung Anfang 2030. Die Verträge sollen eine Laufzeit von 15 Jahren haben. „Die Fahrgäste profitieren vom Komfort und geringen Geräuschpegel der ‚Stromer‘“, so die Verantwortlichen. Berlin profitiere von der sinkenden Belastung durch Abgase.
Laut dem Portal Electrive werden mit der neuen Ausschreibung der BVG Elektro-Busse bei Subunternehmern zur Pflicht. Der Bedarf auf den Subunternehmer-Linien beläuft sich demnach auf insgesamt 106 E-Busse. Diese unterteilen sich je nach dem Profil der jeweiligen Linie auf 3 Midibusse mit 10 Metern Länge, 28 Solobusse mit 12 Metern Länge und 75 Gelenkbusse mit 18 Metern Länge.
Konkrete Anforderungen an die Batteriekapazitäten und Reichweiten der Elektro-Busse nennt die BVG nicht. Vorgeschrieben wird aber, dass sämtliche Fahrzeuge sowohl per Stecker als auch per Pantograph laden können. Die BVG plant Electrive zufolge, während der Vertragslaufzeit diverse Endstellen mit Lademöglichkeiten zur Streckenladung auszurüsten. Der Pantograph soll „ein kurzfristiges Aufladen der Elektroomnibusse an den Endstellen ermöglichen und die Reichweite der Elektroomnibusse deutlich erhöhen“, heißt es in der Ausschreibung.
Auch die BVG-eigene Elektro-Busflotte wächst weiter. Erst kürzlich gingen die ersten Fahrzeuge einer neuen Generation von E-Gelenkbussen in den Betrieb. 70 dieser Fahrzeuge sollen planmäßig bis zum Sommer in den Einsatz kommen, weitere 200 in diesem und im nächsten Jahr. Positiver Nebeneffekt für die Fahrgäste: Durch konstruktive Veränderungen im Innenraum haben die neuen Gelenkbusse sechs Sitzplätze mehr als das Vorgängermodell.

Future meint
Im Solaris fühlt sich das schon toll an in Berlin. Sauber, leise und so wie beim Elektroauto geht es auch sehr schnell los. Berlin und natürlich Hamburg machen es also richtig in Deutschland. Überall in den beiden Städten sieht man schon die vielen Elektrobusse und für die Menschen ist das ganz normal. An den Haltestellen und auf den großen Straßen ist die Luft ohne die alten Dieselbusse auch gleich viel angenehmer. So sollten es die anderen Städte auch machen. München hängt noch etwas hinterher – aber sie haben sich ja deshalb jetzt einen jungen grünen Bürgermeister gewählt.
eBikerin meint
„So sollten es die anderen Städte auch machen. “
In Augsburg gibt es seit 2011 keinen einzigen Diesel-Stadtbus mehr. Seit dem fahren alle mit Biogas, mittlerweile auch Biogas – Hybrid. Beim AVV fahren mittlweile auch eBuss- Königsbrunn (30k Einwohner – grenzt direkt an Augsburg) komplett nur mit eBussen. Landkreis Aichach-Friedberg sind es auch schon 14. Umgerechnet auf die Einwohner sind das MEHR eBusse als in Berlin.
Ach und in München fahren 100 Elektrobusse – rechne das auch mal auf die Bevölkerung um!So viel zum Thema München hängt hinterher.
Future meint
Biogas mag ja eine Zwischenlösung oder ein Kompromiss sein. Besser als Diesel. Aber es geht hier doch um Elektrobusse. Kein Antrieb ist besser als der batterieelektrische Antrieb. Rund 80 Prozent der eingesetzten elektrischen Energie fließen direkt in den Antrieb der Räder. Biogas muss in einem Verbrennungsmotor verbrannt werden. Aufgrund der physikalischen Gesetze der Verbrennung (Wärmeentwicklung, Reibungsverluste) liegt der Wirkungsgrad hier konstruktionsbedingt nur bei etwa 25 bis 40 Prozent. Die Emissionen sind beim Biogas weniger als beim Diesel. Aber der Elektroantrieb stinkt noch weniger und ist ressourcenschonender und effizienter. Berlin unf Hamburg machen das sehr gut.
Hier nochmal die beeindruckenden aktuellen Zahlen:
Hamburg 432 Elektrobusse
Berlin 280 Elektrobusse
München: 101 Elektrobusse
Da geht noch was in München.
Aichach-Friedberg und Königsbrunn sind ja sehr schön, aber vollkommen egal in diesem Zusammenhang.
David meint
Berlin ist beim Thema Elektrobusse in der Tat in gar nicht so einer schlechten Position. Besonders wenn man bedenkt, dass es gefühlt die wirklich einzige Großstadt in Deutschland ist – und dann auch noch eine Flächenstadt.
Natürlich dringender Anlass für den Senat, die Sache zu prüfen, und ich empfehle, einen Untersuchungsausschuss einzuberufen.
Besonders nachdem man Regierungshauptstadt wurde, hatte man massiv investiert, um seinen Ruf als Bananenrepublik innerhalb Deutschlands zu festigen. Man hatte sogar zwischentlich einen Oberbürgermeister bestellt, der gar nicht mehr regierte, sondern gleich Party machte. Aber es hatte sich gelohnt: 30 Milliarden aus dem Banken Skandal der landeseigenen Bankgesellschaft, 5 Milliarden zuviel bei 9 Jahre Verzögerung beim BER, dazu Staatsoper, ICC, Stadtschloss, GSW-Privatisierung, Steglitzer Kreisel, A100 und RBB-Skandal. Man hat also auch immer nachgelegt.
Und jetzt das: Man ist bei einem sogar zukunftsrelevanten Thema einigermaßen vorne, dabei gut im Zeitplan bei normalen Kosten. Das darf sich nicht wiederholen! Da werden Köpfe rollen.
Simon meint
Und irgendwo in Deutschland läuft das besser?
Future meint
Amigos und Bananenrepubliken überall in Deutschland. Das ist ja nichts neues. Und die Sonntagsfrage zeigt uns, dass es mit zukünftigen Regierungen noch bananiger werden könnte.
Jörg2 meint
Vielleicht ein paar Zahlen dazu:
Gesamtflotte (über alle Antriebsarten) ca. 1.500 Einheiten.
Davon sollen zukünftig ca. 500 Einheiten vollelektrisch sein.
Aktueller Stand: ca. 280 vollelektrische Busse (Solaris 125 Einheiten, Ebusco ca. 90, Mercedes 15). Nächster Zulauf wohl um die 250 Einheiten von Solaris.