Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) begrüßt den Start der neuen Elektroauto-Kaufprämie, der Bundesregierung fordert aber Nachbesserungen und Unterstützung im Alltagsprozess. In einer Mitgliederinformation kritisiert der Verband laut dem Portal Autohaus die fehlende Einbindung von Gebrauchten.
Das Förderprogramm wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) umgesetzt. Das Antragsverfahren läuft digital ab und ist über das Portal der Förderzentrale Deutschland zu erreichen. Hier können Privatpersonen, die sich für den Umstieg auf einen neuen Stromer entschieden haben, je nach Einkommen, Familiengröße und Modell eine Förderung zwischen 1500 und 6000 Euro beantragen.
Der Autohandel werde Konsumenten aktiv bei der Beantragung der staatlichen E-Auto-Subvention unterstützen, so der VAD. Gleichzeitig sieht man aber Bedarf für zentrale Nachbesserungen, insbesondere bei der praktischen Umsetzung und beim Förderumfang. „Wir begrüßen es, dass die Prämie nun endlich startet. Wir werden Kaufinteressenten dabei gern helfen und den Antrag auf Wunsch für sie ausfüllen“, so Burkhard Weller, Präsident des VAD. „Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass es die Prämie nicht gebraucht hätte, um der Elektromobilität zum Erfolg zu verhelfen. Aber wo sie nun einmal da ist, sollen Privatkäufer auch davon profitieren.“
Nach Einschätzung aus dem Handel hat die jüngste Entwicklung der Kraftstoffpreise bereits zu einer stärkeren Nachfrage nach Elektroautos geführt. Die nun gestartete Förderung dürfte diesen Trend weiter stützen, insbesondere im Neuwagensegment. Autohäusern entstehen mit dem Förderstart neue Aufgaben bei der Beratung und Abwicklung. Händler können Anträge für Kunden übernehmen, wenn eine Vollmacht vorliegt. Gleichzeitig steigt der Aufwand für Prüfung und Dokumentation, was laut dem VAD klare Prozesse und einfache digitale Abläufe erforderlich macht.
Entscheidend für den Erfolg der Förderung sei die Alltagstauglichkeit der Verfahren, erklärt der Verband. Offene Fragen bei Nachweisen, Antragstellung und Systemzugängen müssten zeitnah geklärt werden, um eine reibungslose Kundenberatung zu ermöglichen. „Wir haben das BAFA gebeten, zeitnah ein Webinar durchzuführen, um den Autohandel über die für den Handel besonders relevanten Aspekte zu informieren“, heißt es Autohaus zufolge in einem Informationsschreiben an die VDA-Verbandsmitglieder.
Bemängelt wird vom VAD, dass gebrauchte Stromer nicht bezuschusst werden. „Leider kaufen Privatpersonen mit kleinen und mittleren Einkommen ganz überwiegend Gebrauchtwagen. Deshalb fordern wir, dass auch junge gebrauchte Elektrofahrzeuge in die Förderung aufgenommen werden“, sagt Verbandspräsident Weller. Das sei eine verpasste Chance, zusätzliche Käufergruppen zu erreichen. „Dies ist ein entscheidender Webfehler der Elektroauto-Prämie: Werden junge Gebrauchtwagen nicht in die Förderung aufgenommen – wie bei der Umweltprämie 2009 – geht die Förderung an einem Großteil der privaten Kunden vorbei.“

MK meint
Natürlich fordern die Autohändler das: Zu den größten Kosten dort dürften die ganzen Vorführwagen gehören, die regelmäßig (teils alle 3 bis 4 Monate) ausgetauscht werden. Bisher gab es da zusätzlich zu dem Rabatt, den man beim Neuwagen sowieso bekommt, meist nur 2.000 bis 3.000 € Rabatt. Wenn ich aber auf einen Neuwagen 6.000 € Förderung bekomme, erwarte ich als Kunde trotzdem weiterhin, dass ein Vorführwagen, den schon 200 Leute gefahren sind und der schon ein paar Tausend Kilometer auf dem Tacho hat, günstiger als der Neuwagen für mich wird.
Heißt: Das Autohaus müsste eher 8.000 bis 9.000 € Zusatzkosten für das Fahrzeug in Kauf nehmen, was locker eine Verdreifachung der bisherigen Kosten ist.
Von daher: Da ich generell nichts von der Prämie halte (die hilft AfD-Stammtischen fast mehr als Neuwagenkäufern, kann man da doch wieder behaupten, eAutos würden sich nur wegen der Förderung verkaufen…), halte ich nichts von einer Ausweitung auf Gebrauchtwagen. Aber man sieht halt, dass mit der Gestaltung dieser Prämie wieder ein Problem für tausende kleiner mittelständischer Familienbetriebe in Deutschland geschaffen wurde, weil man nicht sorgfältig gearbeitet hat…und von daher verstehe ich auch die Forderung nach einer Kompensation, denke aber, dass die anders ausfallen muss (auch wenn ich grade zugegebenermaßen keine Fantasie habe, wie die aussehen soll).