MG Motor plant die Errichtung seines ersten europäischen Montagewerks in der spanischen Region Galicien. Das Vorhaben ist Teil der Lokalisierungsstrategie der einst britischen, heute in chinesischem Besitz befindlichen Traditionsmarke, um die Expansion auf dem Kontinent voranzutreiben.
Die Tochtergesellschaft des chinesischen Fahrzeugkonzerns SAIC gab laut Automotive News bekannt, rund 200 Millionen Euro in den Standort zu investieren. Die Produktion soll im Jahr 2028 anlaufen und eine jährliche Kapazität von bis zu 120.000 Fahrzeugen erreichen. Durch das Projekt werden voraussichtlich mehr als 2000 Arbeitsplätze in Europa entstehen.
Mit diesem Schritt verfolgt MG Automotive News zufolge den Ansatz „in Europa, für Europa“. Ziel ist es demnach, die lokale Fertigung zu stärken, Lieferketten zu verkürzen und sich enger an die Industrie- und Umweltpolitik der Europäischen Union anzupassen. Ein Werk innerhalb der EU soll zudem helfen, den erhöhten Zoll auf in China gebaute E-Autos zu vermeiden.
Von Januar bis April war MG gemäß den Analysten von Dataforce mit 110.413 Fahrzeugen (+11 %) der meistverkaufte chinesische Autobauer in Europa, gefolgt von BYD und Chery. William Wang, CEO von MG Europa, erklärte mit Blick auf die angekündigte spanische Fabrik, das Unternehmen reagiere „nicht nur auf die Zukunft der Mobilität, sondern helfe mit, diese zu definieren“. Durch Investitionen in lokale Kapazitäten stärke man das europäische Automobil-Ökosystem.
Der Standort in Spanien soll Forschung und Entwicklung, Fertigung, Komponentenlieferung sowie Logistik in einem industriellen Ökosystem vereinen. Damit will MG die Widerstandsfähigkeit und Reaktionsfähigkeit der europäischen Lieferkette erhöhen und die lokale Beschaffung steigern. Die Marke setzt inzwischen vor allem auf teil- und vollelektrische Autos. Welche Modelle auch in Europa montiert werden, bleibt abzuwarten.
Zuvor wurde Berichten zufolge auch Ungarn als Produktionsstandort in Betracht gezogen. Nun hat aber Spanien den Zuschlag erhalten. Das Land positioniert sich zunehmend als Zentrum für Investitionen in Elektrofahrzeuge, unterstützt durch Anreize, ein etabliertes Automobil-Ökosystem und niedrige Energiekosten.

BEV meint
Während Seat noch auf günstigere Preise wartet, bauen andere längt günstigere Autos
das wird noch richtig böse für die europäischen Firmen
Warum soll der Kunde auch nicht das deutlich günstigere Auto mit besserer Ausstattung nehmen?
Seltsamerweise wird bisher auch kaum was negatives über chinesische Autos geschrieben, anders als das bei Tesla sändig der Fall ist, evtl. hats was damit zu tun, dass die Verkaufszahlen nich nicht so hoch sind.
derJim meint
Das freut mich sehr. Es zeigt sich, dass Neuansiedlungen nur dort passieren, wo auch die günstigen Preise und somit EE-Produktionskapazität vorhanden ist. Wenn wir hier weiter auf der Bremsen stehen wie das Wirtschaftsministerium es tut, bedeutet das nur weiteres Divestment für Deutschland.