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Stellantis und Dongfeng planen neues Europa-Joint-Venture für E-Autos

21.05.2026 in Autoindustrie von Thomas Langenbucher | 10 Kommentare

Voyah-Free

Bild: Voyah (Symbobild)

Nach der kürzlichen Unterzeichnung einer unverbindlichen Absichtserklärung planen der europäische Autoriese Stellantis und die chinesische Dongfeng Group einen weiteren Ausbau ihrer seit 34 Jahren bestehenden Partnerschaft. Ziel ist die Gründung eines in Europa ansässigen Gemeinschaftsunternehmens für den Verkauf, den Vertrieb, die Produktion, den Einkauf und die Entwicklung von Dongfeng-Fahrzeugen mit alternativen Antrieben („NEVs“), wobei der Fokus zunächst auf ausgewählten Märkten in Europa liegen soll.

Im Rahmen des geplanten Vorhabens beabsichtigen die Partner, ein neues, in Europa ansässiges und von Stellantis mit einer Beteiligungsquote von 51:49 geführtes Joint Venture zu gründen. „Das neue Unternehmen hätte die Verantwortung für den Vertrieb der Premium-NEVs der Marke Voyah von Dongfeng in bestimmten Märkten Europas und könnte das starke Netzwerk sowie die After-Sales-Expertise von Stellantis nutzen“, heißt es. Und weiter: „Das neue Unternehmen würde zudem gemeinsame Einkaufs- und Engineering-Aktivitäten bündeln und dabei auf das äußerst wettbewerbsfähige chinesische NEV-Ökosystem von Dongfeng zurückgreifen.“

Die Partner erwägen außerdem unter Einhaltung der europäischen Vorschriften und der Anforderungen von „Made in Europe“ die potenzielle Produktion von Dongfeng-Fahrzeugen mit alternativen Antrieben im Stellantis-Werk Rennes in Frankreich.

„Die Pläne, die wir heute bekannt geben, heben unsere kürzlich verstärkte Kooperation mit Dongfeng auf eine völlig neue Ebene einer internationalen Partnerschaft zum Nutzen der Kunden auf der ganzen Welt“, sagte Stellantis-CEO Antonio Filosa. „Mit diesem neuen Kapitel unserer Zusammenarbeit werden wir unseren Kunden eine noch größere Auswahl an wettbewerbsfähigen Produkten und Preisen bieten, indem wir das Beste aus der globalen Präsenz von Stellantis mit dem Zugang von Dongfeng zu Chinas fortschrittlichem Ökosystem für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verbinden.“

„Dongfeng wird die Partnerschaft mit Stellantis weiter festigen und ausbauen und sich dabei eng an Chinas nationalen Strategien der umfassenden Öffnung und der Stabilisierung von Auslandsinvestitionen, Unternehmen und Beschäftigung ausrichten“, so Qing Yang, Vorsitzender von Dongfeng. „Dies entspricht auch den Entwicklungsbedürfnissen beider Anteilseigner. Durch die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Markenbildung und globale Märkte wird das Joint Venture einen größeren Mehrwert erschließen, die globale Expansion von Dongfeng beschleunigen und die globale strategische Neuausrichtung von Stellantis sowie die Präsenz in China unterstützen.“

Vor wenigen Tagen hatten Stellantis und Dongfeng die Stärkung ihres langjährigen chinesischen Joint Ventures Dongfeng Peugeot Citroën Automobile Co., Ltd („DPCA“) bekannt gegeben, das ab 2027 in seinem Werk in Wuhan komplett neue NEVs der Marke Peugeot und Jeep® für den Export auf den Weltmarkt produzieren soll. Seit seiner Gründung hat das Joint Venture DPCA in China den Angaben zufolge über 6,5 Millionen Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën für den Inlands- und Weltmarkt produziert.

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Via: Stellantis
Tags: China, Europa, KooperationUnternehmen: Dongfeng, Stellantis
Antrieb: Elektroauto, Hybridfahrzeuge

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. Egon_meier meint

    21.05.2026 um 12:39

    Stellantis ist und bleibt der ultimative Handlanger für chinesische Konzerne.
    Man kriegt selbst nichts im BEV-Bereich hin und füllt sein Säcklein dann mit Handlangerdiensten.

    Antworten
    • Future meint

      21.05.2026 um 15:20

      Wichtig st doch, dass es viele Elektroautos in Europa gibt, damit endlich die Diesel weniger werden. Joint Ventures mit chinesischen Herstellern sind doch nichts neues – Stellantis hat sowas nicht erfunden. Je mehr Konkurrenz es gibt, desto besser ist das für die europäischen Kunden.

      Antworten
    • Jörg2 meint

      21.05.2026 um 16:11

      „Stellantis ist und bleibt der ultimative Handlanger für chinesische Konzerne.“

      Von wem haben diese chinesischen Konzerne das KnowHow nur gelernt…. ?
      Ich kann mich nicht entsinnen, dass „Stellantis“ seit Mitte der 80iger JV in China mit westlicher Technologie versorgt hat. Gnade der späten Geburt?

      Antworten
    • Jeff Healey meint

      21.05.2026 um 16:50

      Ja, nee, ist klar.
      VW ist in China komplett in Joint Ventures, nur Stellantis darf das hier nicht…
      VW setzt für seine Batterieproduktion sehr stark auf chinesische Hilfe, darüber spricht man aber nicht, kein Problem…
      Was für eine Doppelmoral.

      Antworten
      • David meint

        21.05.2026 um 18:18

        Ich bin zwar gar nicht der Ansicht, dass es ganz schlimm ist, was Stellantis macht, sie haben ja keine andere Chance. Sie haben weder die Technik noch die Kapazität.

        Aber ich darf dich zu den Chinesen und den Batterien und VW korrigieren. Das ist genau das Gegenteil von dem, was wir bei Stellantis sehen. VW hält einen beherrschenden Anteil an Gotion. Es ist eine strategische Partnerschaft, um das Wissen abzugreifen. Die Chinesen, die jetzt hier sind, ziehen noch ein Werk weiter und dann gehen sie wieder.

        So ist das eben, wenn die Chinesen in dem Bereich der Zellfertigung führend sind und alle hier immer jammern, dass wir in Europa eine eigene Zellfertigung haben sollen. Dann kann man das machen wie NorthVolt und scheitern, dann kann man das machen wie Tesla mit seiner Schwachlastzelle und scheitern. Oder man macht das wie VW.

        Damit sind aber keine Marktanteile von Europa nach China gegangen, sondern ist genau das Gegenteil, es werden weniger Marktanteile für China, wenn man die Akkus in Europa produziert. Das ist also diametral etwas anderes als bei Stellantis.

        Antworten
        • Thorsten 0711 meint

          21.05.2026 um 20:13

          Da muss ich dir Recht geben. VW ist der einzige europäische Konzern, der sich eine eigene Zellfertigung aufbaut und damit Abhängigkeiten abbaut. Die Kapazitäten reichen zumindest für eine Teilabdeckung des Bedarfes.

        • South meint

          22.05.2026 um 09:25

          Naja, so einfach ist die Welt nun nicht. Die große Frage, ob es sich tatsächlich noch um ein einheimisches Auto handelt geht entlang der Wertschöpfung. Also was ist noch der tatsächliche Beitrag von VW oder Stellantis etc.. Und da fängts bei der Entwicklung, also ein echtes Beherrschen, der Kernkomponenten an. Früher waren das grob die Verbrennermotoren (wobei ich das Rating fraglich fand, mir war der Motor immer wurscht), das Design, Qualität und natürlich auch der Preis, was letztendlich in ein Image mündete.
          Natürlich sind auch die eMotoren wichtig, die chinesischen Modelle sind z.B. oft energiehungrig, aber die tatsächlichen neue wichtigen Kernkomponenten sind, der Accu und die Ladetechnik.
          Die Frage ist also behescherrscht ein Konzern die Schlüsselkomponenten, dauhaft. Das ist schon mehr als beim Aufbau einer Produktion und beide, VW wie Stellantis sind da in einer deutlichen Abhängigkeit. VW hat sogar Teile seiner Forschung nach China verlegt. Da wirds dann kritisch. Wenn der Accu und die Entwicklung aus China kommen oder bei Stellatis sogar mit eigener Marke vertreiben, dann braucht man auf Dauer keine europäische Marke mehr. Die wäre ja auf Dauer nur ein teurer Überbau…
          Sprich. Eher über kurz als Lang würden die Kunden dann gleich direkt einen Chinesen kaufen und genau das kann man ja schon beobachten…
          Die Japaner verpennen den Trend, die Europäer sind aber auch nicht viel besser dran. Sie müssen dringend und schnell dazulernen, sonst ist das Ergebnis das gleiche… die Chinesen machen den Job und wir Marketing… das Märchen glaubt doch keiner ernsthaft…

        • David meint

          22.05.2026 um 11:57

          Der South macht sich immer seine Welt, wie sie ihm gefällt.

          VW entwickelt für China in China. Das hat man so gesagt und es gibt auch ein Entwicklungs- und Designzentrum. Aber man entwickelt nicht für den Konzern, sondern nur für China. Ganz im Gegenteil: So ganz vollständig findet die chinesische Entwicklung nicht in China statt.

          Die zentrale Entwicklung hat alle Tests und Erprobungsfahrten in ihrer Hand in Themen, die Erfahrung oder teures Equipment und erfahrene Spezialisten im Fachbereich benötigen. Denn die teuren Spezialumgebungen für Strahlungstests oder für NVH oder gar ein Windkanal baut man nicht mal soeben. Vor allem muss so etwas eingefahren werden, und man muss Erfahrungen mit dem Equipment in der Messumgebung haben. Es macht also allen Sinn, dass da zu machen, wo es am besten gemacht werden kann.

          Natürlich fahren die Autos für China ihr eigenes Lastenheft, das auch in China entstanden ist. Aber das Beispiel zeigt, VW macht einen guten Job. Die Autos für Europa und Nordamerika entstehen hier vollständig und die Autos für Südamerika hatten übrigens schon immer einigermaßen heimlich einen eigenen kleinen F & E Bereich. Aber ein guter Teil der Entwicklung, selbst von Autos, die nicht in Wolfsburg entwickelt, wurden, findet trotzdem immer in Wolfsburg statt.

        • South meint

          22.05.2026 um 21:37

          Es geht darum, ob man die Entwicklung der zukünftigen Acc und Ladetechnik im Griff hat, da reden wir von der nächsten Generation wie z.B. Feststoffaccus, günstige Accus wie Natrium oder wirkliches Schnellladen in wenigen Minuten…
          Den Windkanal und fünfte DIN Prüfung, da hab ich keinen Zweifel, da sind die Wolfburger vollauf beschäftigt … das kann man sich aber in die Haare schmieren… :-)

      • MK meint

        21.05.2026 um 20:17

        @Jeff Healey:
        Der Unterschied ist vielleicht, dass z.B. VW die Autos für Europa weiterhin in Europa entwickelt und größtenteils auch hier baut und selbst bei den Akkus die Anteile an PowerCo zu 100% hält…und dass man VWseitig mit über 26% eine Sperrminorität am chinesischen Partner Gotion hält.
        Stellantis hingegen hält dann nur 51% an der europäischen Autoproduktion und 0% an der Akkufertigung und hat nicht mal Einfluss auf die Wahl, von welchem Hersteller Akkus gekauft werden.

        Oder kürzer: Der Unterschied ist, dass VW dafür Anteile an chinesischen Firmen und Fabriken kauft, Stellantis hingegen Anteile an europäischen Fabriken an chinesische Firmen verkauft.

        PS: In china hat VW die Joint Ventures für die Produktion von Autos, weil es in china gar nicht anders möglich ist. Als VW in China angefangen hat, waren mehr als 30% Anteil für einen ausländischen Hersteller gar nicht zulässig.

        Antworten

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