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Analyse: E-Autofahrer sparen in der Nahostkrise 76 Euro pro Monat

28.05.2026 in Politik, Studien & Umfragen von Thomas Langenbucher | 4 Kommentare

Opel-Mokka-Electric

Bild: Opel (Symbolbild)

Eine neue Analyse von T&E zeigt, dass Fahrer von Elektroautos in Deutschland seit Beginn der Nahostkrise durchschnittlich 76 Euro pro Monat gegenüber Benzinern eingespart haben. Die Umweltorganisation fordert daher von der Bundesregierung, an den Flottengrenzwerten für Pkw festzuhalten, statt sich in Brüssel für Verbrenner einzusetzen. Die EU-Ziele garantierten einen schnelleren Markthochlauf von erschwinglichen E-Autos.

Laut der Analyse sind Fahrer von Benzinern in Deutschland achtmal stärker von der Energiekrise betroffen als die von E-Autos. Anfang April, als die Benzinpreise in Europa ihren Höchststand erreichten, kostete das Betanken eines durchschnittlichen Benziners in Deutschland 15,9 Euro pro 100 Kilometer, verglichen mit 12,3 Euro pro 100 Kilometer im Jahr 2025. Die durchschnittlichen Kosten für das Aufladen eines E-Autos zu Hause lagen bei etwa 8,2 Euro/100 Kilometer – im Vergleich zu 7,8 Euro/100 Kilometer im Durchschnitt im Jahr 2025.

Infolge der Energiekrise geben E-Autofahrer in Deutschland der Auswertung zufolge aktuell durchschnittlich 82 Euro pro Monat für das Aufladen aus, während der durchschnittliche Benzinfahrende 159 Euro pro Monat für das Tanken ausgibt.

(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Bei Firmenwagen mit hoher Kilometerleistung belaufen sich die Betriebskosten für E-Autos in Deutschland durchschnittlich auf 190 Euro pro Monat, während Benziner 365 Euro kosten – eine Ersparnis von 175 Euro. Laut T&E verdeutlicht das den Mehrwert einer ehrgeizigen EU-Verordnung für saubere Firmenfahrzeuge, die den Mitgliedstaaten Ziele für die Elektrifizierung großer Firmenwagenflotten vorgibt. Der Gesetzentwurf würde zudem dazu beitragen, die Nachfrage nach europäischen E-Autos anzukurbeln, indem Steuervergünstigungen auf E-Firmenwagen beschränkt werden, die in der EU hergestellt wurden. T&E zufolge würde das Gesetz dazu beitragen, Unternehmen und Gebrauchtwagenkäufer vor starken Kraftstoffpreisschwankungen zu schützen.

Dieselfahrzeuge

Fahrer von Dieselfahrzeugen in Deutschland sind der Analyse nach zwölfmal stärker von der Energiekrise betroffen als Fahrer von E-Autos. Anfang April beliefen sich die Kraftstoffkosten für ein Dieselfahrzeug auf 16,8 Euro pro 100 Kilometer, verglichen mit durchschnittlich 11,1 Euro pro 100 Kilometer im Jahr 2025. Infolgedessen gaben Fahrer von E-Autos im Durchschnitt 86 Euro weniger pro Monat für das Aufladen aus als Fahrer von Dieselfahrzeugen für Kraftstoff. Elektro-Firmenwagen kosteten im Durchschnitt 197 Euro weniger pro Monat im Unterhalt als Diesel-Firmenwagen.

„E-Autos schützen vor hohen Spritpreisen. Die Bundesregierung ist auf dem falschen Kurs, wenn sie sich in der größten Ölkrise der letzten 50 Jahre in Brüssel für Verbrenner einsetzt. Sie schadet damit Verbraucherinnen und Verbrauchern und bremst die Planungssicherheit für die Autoindustrie aus“, so Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland. „Deutschland darf es nicht zulassen, dass die Flottengrenzwerte weiter aufgeweicht werden. Und statt dem Tankrabatt brauchen wir Lösungen wie Social Leasing und verbindliche Elektrifizierungsziele für große Unternehmensflotten, die den Umstieg auf E-Autos ankurbeln und die heimische Industrie unterstützen.“

E-Autos haben Milliarden für Öl eingespart

In den letzten zehn Jahren haben batteriebetriebene E-Autos laut den Studienautoren in Deutschland 46 Millionen Barrel Öl eingespart, was den Kosten für Rohöl in Höhe von 3,5 Milliarden Euro entspricht. Die EU-Kommission hat jedoch vorgeschlagen, die CO2-Ziele für Pkw in der Union zu schwächen, die der Haupttreiber für den Umstieg auf E-Autos in Europa sind.

(Zum Vergrößern anklicken) Bild: T&E

Aktuell fordert die Bundesregierung eine noch stärkere Abschwächung der Ziele, als sie die Kommission vorgeschlagen hat. T&E warnt, dass die Bundesregierung damit die Ölimportabhängigkeit verlängern und den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten und Jobs gefährden würde.

Nach aktuellen T&E-Berechnungen würden die Forderungen der Bundesregierung dazu führen, dass Deutschland zwischen 2026 und 2035 zusätzlich Öl im Wert von 7 bis 15 Milliarden Euro importieren müsste, weil weniger E-Autos auf der Straße wären. Zudem würde der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge im Jahr 2035 auf 53 bis 76 Prozent sinken – statt der 85 Prozent, die der aktuelle Vorschlag der Europäischen Kommission vorsieht. Letzterer ist bereits eine Abschwächung der aktuellen Regulierung, die für 2035 noch 100 Prozent vorsieht.

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Via: T&E
Tags: Kosten, NachhaltigkeitAntrieb: Elektroauto

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Über den Autor

Thomas Langenbucher ist Experte für Elektromobilität mit beruflichen Stationen in der Automobilindustrie und Finanzbranche. Seit 2011 berichtet er auf ecomento.de über Elektroautos, nachhaltige Technologien und Mobilitätslösungen. Mehr erfahren.

Leser-Interaktionen

Kommentare

  1. BEV meint

    28.05.2026 um 10:21

    Bei mir wird der Strom immer günstiger,
    mit PV sowieso aber auch dank Octopus Go mit deutlich günstigerem kWh-Preis beim Laden
    dazu noch die mittlerweile wieder sehr rentable THG-Prämie und keine Steuer sowie weniger Betriebskosten
    muss nicht zur Tanke fahren und mit den Zirkus mit dem Preiskarussell geben,
    ich belästige auch meine Mitmenschen nicht mit Gestank und Lärm

    Antworten
    • Futureman meint

      01.06.2026 um 07:51

      Kann ich nur bestätigen, ab April fährt man quasi gratis dank PV-Anlage. Und bevor jemand sagt, da fehlen je die Investitionskosten; die läuft schon über 10 Jahre (der frühe Vogel…) und ist abgeschrieben. Nebenbei versorgt sie natürlich noch das Haus inkl. über 50% Heizung. Der Rest läuft über einen günstigen Börsenstromtarif.

      Antworten
  2. ID.alist meint

    28.05.2026 um 08:38

    Wieder mal eine bunte Grafik ohne Inhalt von T&E. Keine Angaben über welchen Verbrauch angenommen worden ist, oder welchen Strompreis in der Berechnung eingeflossen ist.

    Das Einzige was die Sagen, die haben die Preise von Benzin und Diesel beim Höchsthand zugrunde gelegt.

    T&E ist eine Lobbyorganisation, die immer wieder sehr Amateurhaft irgendwelche zahlen ohne Zusammenhang zusammen schmeißt. Das Problem dabei, jeder kann ohne großen Aufwand diese zahlen widerlegen.

    Antworten
    • MK meint

      29.05.2026 um 08:40

      @ID.alist:
      Das hat nichts mit Amateurhaft zu tun, sondern ist meist der Kern von Lobbyarbeit (und auch Populismus): Fakten nennen, die zum eigenen Weltbild passen und den Rest weglassen.

      Ansonsten: T&E hat sehr wohl einiges zu den Berechnungsgrundlagen angegeben und warum diese gewählt wurden, was nur hier leider nicht übernommen wurde.
      Die Originalmeldung endet mit folgendem Block:

      Hinweise für die Redaktion:

      [1] Die Analyse basiert auf den Preisen, die in der ersten Aprilwoche verzeichnet wurden, als der durchschnittliche Benzinpreis in der EU seinen Höchststand erreichte. In der EU lag der durchschnittliche Benzinpreis an der Tankstelle bei 1,90 Euro pro Liter und der Dieselpreis bei 2,10 Euro pro Liter. Dies entspricht einem Anstieg des Benzinpreises um 15 Prozent und des Dieselpreises um 36 Prozent im Vergleich zu den Durchschnittspreisen des Jahres 2025.

      Für die durchschnittlichen Strompreise für Verbraucher im April liegen keine Daten vor. Die Analyse geht davon aus, dass die Strompreise für Verbraucher nur teilweise mit den Gaspreisen korrelieren. Angesichts der Verzögerung, die in der Ukraine-Krise zwischen dem Anstieg der Stromgroßhandelspreise und deren schrittweiser Weitergabe an die Verbraucher zu beobachten war, geht die Analyse von einem Preisanstieg von 6 Prozent bis Anfang April aus.

      [2] Die Berechnungen der monatlichen Kraftstoffausgaben der Autofahrer basieren auf den durchschnittlichen Benzin- und Dieselpreisen in Deutschland in der ersten Aprilwoche. Die Benzinpreise haben seitdem um maximal 0,05 Euro pro Liter geschwankt. Die durchschnittlichen Dieselpreise unterlagen größeren Schwankungen, liegen jedoch weiterhin 30 Prozent über den Werten vor der Krise.

      Antworten

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