Peugeot bereitet mit dem neuen elektrischen 208 die Einführung eines modernen Kleinwagens vor. Der Mutterkonzern Stellantis hat kürzlich Details zur neuen Fahrzeugarchitektur „STLA One“ sowie zum elektrischen Antriebsstrang und neuen Technologien veröffentlicht. Das neue Modell soll demnach wie Fahrzeuge etwa der Schwestermarke Opel durch fortschrittliche Lenkung, Sprachsteuerung und eine 360-Grad-Sensorik für Fahrerassistenzsysteme der nächsten Generation überzeugen.
Alain Favey, CEO der Marke Peugeot, erklärte auf der jüngsten Investorenkonferenz von Stellantis, dass Peugeot bis 2030 sieben neue Modelle einführen werde. Vier davon basieren auf der neuen STLA-One-Plattform. Eines der ersten dieser Modelle soll im nächsten Jahr in Form des neuen E-208 erscheinen.
Die technologische Basis wurde laut AutoExpress bereits durch das Polygon-Konzept angedeutet. Dieses verfügt über ein „Hypersquare“-Lenkrad mit Steer-by-Wire-Technologie, bei der die mechanische Verbindung zwischen Rädern und Lenkung durch digitale Impulse ersetzt wird. Der nächste Elektro-208 nutzt die Plattform „STLA Brain“, die als erste echte softwaredefinierte Architektur von Stellantis fungieren soll. Diese neue Elektronik- und Softwareplattform bündelt verschiedene Steuereinheiten für Antrieb, Fahrwerk und Infotem zu einer leistungsstarken Rechenplattform.
Peugeot's new 208 will be a hi-tech titan…>> https://t.co/cYhcS5OTAO pic.twitter.com/b63tn80wxa
— Auto Express (@AutoExpress) May 22, 2026
Laut Ned Curic, Technologiechef bei Stellantis, erhöht die Plattform die Rechenleistung um das Sechsfache und die Bandbreite um das Tausendfache. Dies ermöglicht Funktionen wie Over-the-Air-Updates und eine Künstliche-Intelligenz-gestützte Umgebungserkennung. Das „STLA Smart Cockpit“ wird dem Bericht zufolge die bisherigen separaten Systeme in einer einheitlichen Plattform vereinen, wobei Peugeot als erste Marke eine individuelle Nutzererfahrung mit spezifischen Grafiken und Sprachsteuerungen einführen wird.
Die neue Architektur nutzt für Elektroautos „Cell-to-Body“-Technologie, bei der das Batteriepaket Teil der Bodenstruktur des Fahrzeugs ist. Das wird laut Davide Mele, Leiter der Produktplanung bei Stellantis, Kosten, Gewicht und Komplexität reduzieren. Die STLA-One-Plattform wird 800-Volt-fähig sein, was wettbewerbsfähige Ladezeiten ermöglicht.
Das Design des neuen 208 wird nach Informationen von AutoExpress Elemente des historischen 205 mit moderner Linienführung kombinieren. Peugeot-CEO Favey zufolge wird die horizontale und dreiteilige Lichtsignatur ein Merkmal zukünftiger Modelle der Franzosen sein. Das Ziel für den neuen 208 ist es, kompakte Außenmaße mit einem großzügigen Innenraum zu vereinen, indem beispielsweise durch Steer-by-Wire die Lenksäule eliminiert wird.
Der neue elektrische 208 könnte im Oktober auf der Paris Motor Show 2026 als produktionsnahes Konzept vorgestellt werden, bevor die Produktion im Jahr 2027 beginnen soll. Es wird mit einem Startpreis von umgerechnet etwa 30.000 Euro gerechnet. Die STLA-One-Plattform ist zudem hybridfähig. Während der nächste 208 laut AutoExpress zunächst als reiner Stromer kommt, könnten später Hybridmodelle folgen. Flankierend soll zudem bis auf Weiteres das bisherige Verbrennermodell weiter verkauft werden.

Daniel K. meint
Ich fahre derzeit den aktuellen e-208 und das wird wahrscheinlich auf absehbare Zeit mein letzter Peugeot bleiben. Das Auto ist toll, daran liegt es nicht. Aber die Peugeot App ist totaler Schrott. Da hilft das beste Auto nicht, wenn sich die simpelsten Dinge wie eine Vorklimatisierung nicht problemlos erledigen lassen.
ratta meint
kann ich genau so unterschreiben habe auch einen. kundenservice übrigens 0 vorhanden und dem konzern ist das alles vollkommen wurscht
M. meint
Als ich mal nach einer Testfahrt mit einer anderen Marke auf verschiedene Software-Defizite aufmerksam machte, meinte der Verkäufer: „da kommen ja noch Updates“.
Dass das Problem damit aus der Welt geschafft wäre, behaupten zwar nur Fans, aber dort ist das kein Problem.
Also im Fahrzeug, nicht in der App.
MK meint
Und so zeigt sich wieder ein Aspekt, wie sich die Kosten einer Multi-Markenstrategie auch mal indirekt auszahlen: Statt viel bezahlter Werbung bleibt Stellantis im Gespräch, in dem man diese Meldung erst für den Opel Corsa rausgibt und dann wenige Tage später für quasi das gleiche Auto mit der gleichen Technik unter der Marke Peugeot.
Uwe meint
„Dieses verfügt über ein „Hypersquare“-Lenkrad mit Steer-by-Wire-Technologie, bei der die mechanische Verbindung zwischen Rädern und Lenkung durch digitale Impulse ersetzt wird. Der nächste Elektro-208 nutzt die Plattform „STLA Brain“, die als erste echte softwaredefinierte Architektur von Stellantis fungieren soll.“
Sorry, musste gerade laut lachen. Die Typen können froh sein, wenn sie die Probleme bei ihren aktuellen Fahrzeugen in den Griff bekommen. Mit dem angekündigten Schwachsinn verheben Sie sich gleich wieder. Es handelt sich hier nicht um einen Premium Hersteller. Das checken Sie bei Stellantis nicht…
Mike meint
Steer-by-wire würde ich mir bei Stellantis auch nicht holen. Eigentlich bei gar keinem Hersteller. Sie haben bisher gezeigt, dass sie mit Software etwas auf Kriegsfuss stehen und wollen sich nun jetzt daran wagen? Erinnert mich an „überholen ohne einzuholen“. Das ging nicht gut aus.
M. meint
Ich glaube nicht, dass das äußere Design groß verändert werden muss, nur die Cockpitgestaltung mit verkleinertem Lenkrad, damit es unter den hochgesetzten Tachocluster passt, stößt gerade etwas größeren Fahrern (ab 1,70m schätze ich) übel auf. Von diesem Sonderweg sollte man abkommen, das ist nichts weiter als ein Spleen.
Technisch ist das ein anderes Thema. Das Auto wäre so zu verkaufen, aber nicht zu dem aktuellen Preis. Die 2023er Gebrauchtwagen von 208 und Corsa gibt es ab 12k€ – das zeigt, was der Markt wirklich bereit ist, dafür zu zahlen.
Ob 800V hier wirklich weiter hilft, sei mal dahin gestellt. Die mögliche Ladeleistung von 400V wird aktuell noch lange nicht ausgeschöpft, der Flaschenhals ist eher die einzelne Zelle – und der ist die Systemspannung der Batterie egal.
SB meint
Ich finde die Chockpitgestaltung von Peugeot den richtigen Weg.
Stellantis besteht aus einer Reihe an austauschbaren Volumenmarken ohne ein relevantes Image: Peugeot, Citroën, Opel, Fiat
Die Peugeots sind mit ihrem Cockpit mal was anderes. Für diejenigen denen das nicht gefällt gibt es immer noch die ganzen anderen Marken.
Langweilig gibt es bei Opel, für patriotische Franzosen gibt es langweilig bei Citroën. Peugeot kann auch mal was anders machen.
Jeff Healey meint
SB,
wenn man intuitive Bedienbarkeit und sonstige exzellente Abstimmung der einzelnen technischen Zutaten als „langweilig“ bezeichnet, dann fahre ich gerne „langweilige“ Modelle von Opel.
Aufregung finde ich woanders.
Ich bin von meinem ersten E-Auto, dem Opel Frontera Electric absolut angetan: In jeder Hinsicht Nerven-schonend und angenehm. Und das zu einem unschlagbaren (Gebrauchtwagen)-Preis.
Die meisten verstehen einfach nicht die Chance, die sich da bietet. Empfehlung: Einfach mal selbst reinsetzen und testen, einfach mal eine Weile fahren.
Und dabei das Preis/Leistungsverhältnis dringend im Auge behalten.
M. meint
Ja, ein Aufreger ist das Auto nicht, aber es wäre trotz der Beschleunigung einer Wanderdüne wohl fahrbar, wenn Opel sich nicht mal wieder in die AHK-Nesseln gesetzt hätte:
44 kWh: 350 kg
54 kWh: 550 kg
Stützlast: 65 kg
Was soll das denn? Da hab ich dann direkt einen Strich drunter gezogen.
M. meint
Ok. Fair enough.
Es ging zwar nicht um Gefallen, sondern um pure Ergonomie, aber wenn Hersteller Autos nur noch für bestimmte Körpergrößen bauen wollen, meinetwegen.
Speichere ich für mich ab, fällt als „untauglich“ durch’s Raster, fertig.
Aztasu meint
Der e208 wird mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin auf 400V setzen, ich lasse mich aber gerne überraschen. Es ging nur darum das die STLA One Plattform grundsätzlich 800V kann, es ist eine Plattform für fast alle Modelle des Konzerns, ähnlich wie die SSP Plattform von VW die auch 800V haben wird, aber tatsächlich auch für alle Modelle. Übrigens konnte bereits die STLA Large von Stellantis 800V, angedacht war dies z.B. beim Jeep Cherokee EV, man hat das aber aus Kostengründen gestrichen.